Till Erdmenger – Businessfotos | Blog

Joblog: Businessportraits für eine Beraterin

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Dass ich diesen Auftrag hier zeige, hat vor allem einen technischen Grund. Meine Auftraggeberin macht sich derzeit als Beraterin selbstständig und wünschte sich Fotos für ihre Webseite – die Fotos entstanden in ihrem Büro. Ich freue mich sehr, dass sie mir erzählte, mein Coaching-Video habe ihr bei der Vorbereitung zu unserem Shooting geholfen.

Da meine 25 Jahre alte Elinchrom-Blitzanlage derzeit etwas zickt und ich vermutlich um eine Reparatur oder Neuanschaffung nicht herumkommen, habe ich für dieses Shooting kurzerhand meine LED-Flächenleuchte mitgenommen. Diese hatte ich für die Ausleuchtung meiner Videos besorgt, bisher aber noch nicht für Fotos eingesetzt. Laut kurzer Recherche hat sie eine Leistungsaufnahme von 100 Watt und soll eine Helligkeit von 12.000 Lux in 1 Meter Abstand erreichen. Solche Werte sind selbst für mich als Profi-Fotograf eher abstrakt und außerdem unrealistisch, da ich keine Lampe in 1 Meter Abstand vor eine Person positioniere.

Das Licht einer solchen LED wirkt auf einem Foto recht hart, obwohl es sich bei meinem Gerät sogar um eine Flächenleuchte handelt. Der Einsatz der mitgelieferten Diffusionsscheibe ist also unverzichtbar. Aber selbst in dieser Kombination ist die Lichtqualität nicht so, dass ich damit Portraits fotografieren möchte. Also habe ich zusätzlich einen Diffusionsschirm benutzt. Das Licht wird dadurch angenehm weich, allerdings fressen die beiden Lagen auch jede Menge Power. Bei voller Helligkeit konnte ich bei ISO 800 und Blende 4 bei einer Belichtungszeit von 1/60sec arbeiten. Meine Lumix S5 II liefert dank modernem und stabilisiertem Sensor dabei hervorragende Qualität.

Dennoch bin ich nicht ganz glücklich mit dem Setup. Zum Vergleich: Mit meinem 500-Watt-Blitzkopf fotografiere ich bei Einstellung auf niedrigste Leistung und Durchlichtschirm bei ISO 50, Blende 5,6 bis 8 und 1/125sec. Diese Werte sind für mich die Referenz, da diese Einstellungen auch hervorragend für analoge Kameras und Filme geeignet sind. Ich möchte bei Studioportraits nicht auf einen grobkörnigen 800 ASA Film zurückgreifen und mit 1/60sec die Gefahr des Verwackelns eingehen müssen. Für mich heißt das: Ein konsequenter Umstieg auf Dauerlicht/LED kommt für mich derzeit noch nicht infrage. Es gibt natürlich deutlich leistungsfähigere LED-Studiolampen – mit diesen werde ich mich nochmals in Ruhe auseinandersetzen. Denn die Arbeit mit Dauerlicht hat für meine Kunden und mich selbst den Vorteil, dass es weniger anstrengend ist, als die wiederholten, grellen Blitze zu ertragen. Teilweise brauche ich aber auch die Lichtausbeute, die meine Blitzanlage liefert – beispielsweise bei Gruppenaufnahmen. Und mit Blitzlicht kann ich sehr präzise vorhandenes Licht ausblenden: Die Blitzdauer ist so kurz, dass ich mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten kann – das hat zur Folge, dass Umgebungslicht keinen Einfluss auf das Foto hat. Grade bei „schmutzigem“ Licht (verschiedene Lichtquellen mit unterschiedlicher Farbcharakteristik oder alte Neonröhren) ist das von Vorteil. Mal sehen, wohin die Reise geht. Wenn Sie Erfahrung mit einem Wechsel zu Hochleistungs-LED-Lampen in der professionellen Fotografie haben, schreiben Sie mir bitte unbedingt über Ihre Erfahrungen! Danke!

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