Till Erdmenger – Businessfotos | Blog

Ausstellung/Buch: Thomas Hoepker in der DDR

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Wer nicht mit der Zeit geht, muß mit der Zeit gehen – und wer rechtzeitig zu dieser Ausstellung geht, der kann beeindruckende innerdeutsche Zeitgeschichte erleben. Man hat nur nicht mehr so viel Zeit dafür, denn die Ausstellung läuft nur noch bis Ende Februar 2026. Und wer keine Zeit hatte zu gehen, kann stattdessen die Fotos als Buch kaufen.

1974 wurde Thomas Hoepker als erstem westdeutschen Fotografen offiziell gestattet, in der DDR zu arbeiten. Er zieht nach Ost-Berlin und bereist von hier aus das gesamte Land. Bis 1976 berichtete er gemeinsam mit seiner damaligen Frau, der Journalistin Eva Windmöller, für das stern-Magazin aus dem selbsternannten „Arbeiter-und-Bauern-Staat“. Seine Farbfotografien, die hier ab Anfang der 1970er Jahre entstehen und bis ins Jahr 1990 reichen, beschreiben mit Empathie, Verständnis und dem unverwechselbaren Humor Hoepkers das Leben in der DDR. Er fotografiert die DDR in ihrer eigenen Farbigkeit und es gelingt ihm, ein alternatives Bild des Landes und seiner Bewohner*Innen zu vermitteln und damit die offiziellen Darstellungen der Staatspropaganda, die in der DDR das Monopol auf Farbfotografie innehatte, zu hinterfragen. Seine einprägsamen Bilder von den historischen Umbrüchen der Wendezeit machen Thomas Hoepker zu einem Chronisten des Verschwindens der DDR aus der Geschichte. Die Farbfotografien des Lebens in der DDR, welche Thomas Hoepker geschaffen hat, sind einzigartig in ihrer künstlerischen Qualität und dem Erkenntnisgewinn, der in den Aufnahmen liegt.

Veranstaltungsbüro des Ministeriums für Kultur
Ost-Berlin, 1974
© Thomas Hoepker, Magnum Photos, courtesy Buchkunst Berlin

Thomas Hoepker (* 10. Juni 1936 in München, † 10. Juli 2024 in Santiago de Chile) zählt zu den bedeutendsten Fotografen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Fotografien, wie die Porträts von Muhammad Ali und die Aufnahmen am 11. September 2001 in New York, sind zu ikonischen Erinnerungsbildern geworden und in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingegangen. Seine humanistischen Dokumentationen haben das Verständnis von künstlerischer Autorenfotografie geprägt. 1977 wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. 1989 wird Hoepker als erster deutscher Fotograf Vollmitglied der Agentur Magnum und ist von 2003 bis 2007 ihr Präsident. Hoepkers Werke werden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit gezeigt und befinden sich in den bedeutendsten Museen und fotografischen Sammlungen.

Thomas Hoepker – DDR / East Germany – Colour Works 27.11.2025–28.2.2026
GALERIE BUCHKUNST BERLIN
Oranienburger Str. 27, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: Do.–Sa., 14–18 Uhr
Kontakt: +49.(0)30.218 025 40, info@buchkunst-berlin.de

Samstag, 28. Februar 2026, 16–18 Uhr: Finissage
Vortrag und Führung mit Thomas Gust zu den DDR-Fotografien von Thomas Hoepker. Special Guests zur Finissage: Annette und Axel Heinemann – die Protagonisten des Cover-Fotos von Thomas Hoepker – haben sich wiedererkannt und bei der Galerie gemeldet. Sie werden bei der Finissage persönlich anwesend sein und ihre Geschichte erzählen.

Das Buch ist unter folgendem Titel erschienen und kann hier bestellt werden:

Thomas Hoepker DDR / East Germany – Colour Works 1972–1990

Fotografien: Thomas Hoepker
Essay: Wolf Biermann
Nachwort: Thomas Gust
Herausgeber: Thomas Gust, Ana Druga, Christine Kruchen
Konzept, Design: Thomas Gust, Ana Druga

Seiten: 288
145 Farbfotografien
Fester Einband, Hardcover
Sprachen: Deutsch, Englisch
Größe: 19,5 x 28 cm

Erste Auflage 2025

ISBN 978-3-9819805-0-9
Verlag: Buchkunst Berlin

€ 58,00 inkl. MwSt.

[Presssemeldung]

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