
Nach meinem großen Test verschiedener Schwarz-Weiß-Filme im vergangenen Jahr bin ich ganz glücklich mit meiner Kombi aus Ilford FP4 und HP5, die ich in selbstgebrautem Caffenol entwickle. Nun möchte ich diese Filme zu einem Trio ergänzen und suche deshalb einen niedrigempfindlichen Film, der für analoge Studio- und Portraitaufträge prädestiniert ist. Die logische Fortführung meiner beiden Lieblingsfilme wäre natürlich der Pan F, ebenfalls ein Klassiker aus dem Hause Ilford. Seit den 90er Jahren habe ich ihn aber nicht mehr belichtet und möchte mir deshalb nun gerne die Alternativen ansehen.
Die Auswahl niedrigempfindlicher Filme ist ziemlich schmal: Außer dem Pan F gibt es noch den Adox HR50, der dieselbe Nennempfindlichkeit hat. Dieser unterscheidet sich vom Pan F allerdings in seiner „superpanchromatischen“ Sensibilisierung – er ist bis weit in den Infrarot-Bereich empfindlich. Punkt. Mehr gibts nicht! Für ein bißchen mehr Streubreite in meinem Test habe ich deshalb 2 Filme der ISO 80 Klasse herausgesucht (also etwa ½ Blende empfindlicher), den Ilford Ortho Plus und den Rollei Retro 80S. Auch diese beiden Filme weisen Besonderheiten auf, die sie vom „Standard“ unterscheiden: Der Ilford ist orthochromatisch sensibel – er sieht also kein rotes Licht. Und der Rollei ist wie der Adox im nahen IR-Bereich empfindlich. Dieses Quartett verspricht also durchaus unterscheidbare Ergebnisse – welcher Film mir dann am Schluss am besten gefällt, darüber werde ich berichten 😉
Ein kleiner Einschub: Es gibt noch weitere niedrigempfindliche Filme und ich habe deshalb zusätzlich auch den Rollei APX25 und den Adox CMS 20 gekauft. Da diese Filme jedoch (mehr als) 1 Blende weniger empfindlich sind, als der Pan F und vermutlich eine sehr steile Gradation aufweisen, werde ich sie in einem separaten Versuch belichten.
Meine Idee für diesen Filmtest: Ich lade die 4 genannten Film in 4 Kamera-Bodys, an die ich das jeweils gleiche Objektiv montiere, um Testaufnahmen desselben Sujets zu machen. Wieder keine densitometrisch ausgemessenen Charts und Linienmuster, sondern Motive, die ich auch sonst häufig fotografiere: Portraits im Studio, Portraits bei Tageslicht, Architektur und ergänzend Landschaftsfotos. Jeweils als Belichtungsreihen, denn es ist noch längst nicht sicher, dass die Filme in Caffenol Delta die aufgedruckte Empfindlichkeit erreichen.


Antworten auf „Filmtest: Welcher niedrigempfindliche Film passt zu mir? Teil 1 – das Setting”.
[…] Die Motive sind fertig fotografiert – ich habe jeweils auf den per Lichtmessung ermittelten Wert belichtet sowie Belichtungsvarianten von -½ Blende bis +1½ Blenden fotografiert. Architektur, Landschaft, Studioportraits, ein weiteres Landschaftsmotiv zum testen der Infrarotfähigkeiten, ein weiteres Architekturmotiv und schließlich die Reproduktion einer Farbkarte sind auf den Filmen gelandet. Für jedes Motiv habe ich ein anderes Objektiv verwendet, um auf den feinkörnigen Filmen deren Qualitäten beurteilen zu können. Als Ziel habe ich Messwerte um Blende 8 herum ermittelt, die Belichtungszeiten lagen dabei um 1/15 bis ½ Sekunde. Lediglich die Aufnahmen mit IR-Filter erforderten eine deutlich längere Belichtungszeit von 4 Sekunden. Ich hatte gelesen, dass ich für den 720nm-Filter ganze 6 Blendenstufen zugeben müsste. Da die App „Film Reciprocity“ leider keine Angaben zum Rollei oder Adox enthält, habe ich hier keine weitere Anpassung aufgrund des Schwarzschild-Effekts vorgenommen, sondern ganz auf meine Belichtungsreihe vertraut. Sobald die Filme entwickelt sind, wissen wir mehr 😉 Warum ich diesen Test durchführe, lesen Sie übrigens hier. […]
[…] verschiedene, niedrigempfindliche Schwarzweißfilme hatte ich besorgt und belichtet. Nun stand die Entwicklung an. Da ich für meinen persönlichen Workflow einen […]
[…] ergaben sich damit Belichtungen rund um 1/60sec und Blende 5,6. Im Herbst hatte ich bei meinem großen Filmtest, der sich ebenfalls um niedrigempfindliche Filme drehte, bereits einige Erfahrungen mit solchen […]