Till Erdmenger – Businessfotos | Blog

Neues von der KI-Front

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Vorab: Kleine Entschuldigung für den markigen Titel. Natürlich befinden wir uns nicht in einem Krieg mit künstlicher Intelligenz. Aber ich habe den Eindruck, als würden sich die Vorwürfe gegenüber KI und deren Betreibern langsam formieren und der Protest lauter werden. Und das finde ich richtig.

In aller Kürze die kausale Kette: Die derzeitig verbreiteten KI-Modelle sind nur möglich geworden, weil Unternehmen mit brachialer Rücksichtslosigkeit persönliche und urheberrechtlich geschützte Inhalte im Internet geklaut haben. Diese Unternehmen monetarisieren nun ihre KI-Modelle – sehr oft ohne Steuern dafür zu bezahlen. Gleichzeitig sorgen sie mit den nötigen Serverfarmen für die Versiegelung von Land, den Ausverkauf von Speicherchips und eine ökologische Belastung sondergleichen: Riesige Mengen Wasser werden zum kühlen benötigt. Der Energieverbrauch ist derartig hoch, daß grade viele neue Gaskraftwerke dafür bauen werden. Diese Belastungen werden externalisiert. Es ist also durchaus gerechtfertigt, dass Menschen gegen die Kosten dieser Technologie und gegen deren Nutznießer protestieren.

Zu diesen „dunklen Seiten der KI“ findet man beim BR einen interessanten Artikel, auch Greenpeace fasst das Thema anschaulich zusammen.

Positionspapier zur Glaubwürdigkeit visueller Medien

Der BVPA hat sich speziell über die Glaubwürdigkeit visueller Medien Gedanken gemacht und ein Positionspapier veröffentlicht, das als Grundlage für weiterführende Gespräche mit Verlagen, Redaktionen und Journalistenverbänden dienen soll. Der Anlass ist die zunehmende Nutzung KI-generierter und manipulierter Bilder in Presse und Medien sowie Diskussionen um Authentizität und Glaubwürdigkeit visueller Inhalte. Das Ziel des Bundesverbands professioneller Bildanbieter ist es, gemeinsame Grundlagen für Qualitätssicherung, Transparenz und Dialog im Zeitalter der KI zu schaffen. Zentraler Punkt des Positionspapiers ist die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten im Hinblick auf das Prüfen von Herkunft, Metadaten und Plausibilität der Bilder, die journalistische Einordnung, Verifikation und finale Veröffentlichungsentscheidung. Glaubwürdigkeit entsteht demnach prozesshaft: Nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch abgestimmte, transparente Prozesse entlang der gesamten Liefer- und Veröffentlichungskette.

Der Beitrag des BVPA ist hier zu finden.

Widerspruch gegen KI-Nutzung persönlicher Merkmale

Für den „Personenschutz“ sind in der digitalen Welt weniger Bodyguards als klare internationale Regeln notwendig. Dass diese funktionieren ist selbstredend genauso wahrscheinlich, wie KI-Unternehmen „Verantwortung“ für ihr Treiben zu übernehmen bereit sind. Dennoch finde ich, es ist ein würdiger Vorstoß der australischen Schauspielerin Cate Blanchett und einiger ihrer Kollegen, mit dem Human Rights Consent Registry ein maschinenlesbares Verzeichnis zu generieren, in dem jeder Mensch einen Eintrag anlegen kann, der der Nutzung der eigenen Stimme, des Abbilds seiner Person oder seiner Bewegungen durch KI-Systeme widersprechen kann.

Die Non-Profit-Organisation RSL Media stellt diesen Service kostenlos zur Verfügung. Wie die Arbeit finanziert wird, konnte ich nicht recherchieren. Es bleibt darüber hinaus festzuhalten, daß dieses Register über keinerlei juristische Durchsetzungskraft verfügt. Ob KI-Unternehmen die Einträge respektieren oder nicht, ist offen. Warum es in unserer Gegenwart überhaupt notwendig zu sein scheint, ein solches Verzeichnis anzulegen – warum es nicht selbstverständlich ist, daß Unternehmen nicht ungefragt persönliche Merkmale (genausowenig wie persönliche Daten oder urheberrechtlich geschützte Werke) nutzen dürfen, das beantwortet das Registry auch nicht. Aber es wirft diese Frage vielleicht für den ein oder anderen überhaupt erst auf – ein löblicher Gedankenanstoß in einer grade unnötig emotions- und rücksichtslosen Welt.

So paradox es klingt, ich habe für diesen Artikel auch KI genutzt, z.B. um das BVPA-Papier zusammenzufassen und über RSL Media zu recherchieren. Dafür ist das Beitragsbild komplett analog entstanden: Es zeigt die Sonnenspitze in Ehrwald im Frühjahr 2026. Fotografiert habe ich auf CineStill 800T, einem Kinofilm, der für Kunstlicht ausgelegt ist.

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