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Bergger: Ein Film mit Kaffee-Allergie

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Laut meiner Datenbank habe ich 2019 den ersten Film in Caffenol entwickelt – seitdem habe ich nicht nur Gefallen daran gefunden, einen ökologisch unverdächtigen Entwickler aus einfach erhältlichen Zutaten als One-Shot zusammenzumixen. Ich habe auch viel experimentiert, die verschiedensten Filme darin gebadet, Push- und Pullentwicklungen ausgetestet und schließlich sogar Kaloiumbromid besorgt, um hochempfindlich Filme etwas sauberer entwickeln zu können.

Ein Film, den ich seit langem einmal ausprobieren wollte, ist der Bergger Pancro 400 – um den sich allerlei Mythen ranken. Es heißt, er besäße eine „Doppelemulsion“ aus kubischen Kristallen und flachen T-Kristallen – spezifisch ist von Silberbromid und Silberiodid die Rede. Soweit mir bekannt ist, gibt es keinen anderen Film dieser Art.

Als dieser Tage dann das Mamiya G 50mm Objektiv ankam, das ich als Ergänzung zu meiner Mamiya 6 Kamera erworben habe, zog ich den Bergger-Film hervor, um einige Testaufnahmen mit dem neuen Objektiv zu machen. Natürlich ertränkte ich ihn anschließend in kaltem Kaffee – standesgemäß für einen ISO 400-Film mit einer Schüppe Kaliumbromid. Diese Ergänzung verhindert normalerweise einen übermäßigen Schleier und eine Verfärbung durch den Kaffee bei hochempfindlichen Filmen.

Bergger und FP4 im Vergleich. Beide in Caffenol CH entwickelt.

Allerdings mag der Pancro (nach meiner Information bei Inoviscoat in Monheim gegossen) offensichtlich kein Caffenol. So deutlich habe ich das selten erlebt, aber hier hat der entwickelte Film einen sehr deutlichen Grundschleier und eine deutliche Braunfärbung. Selbstverständlich kann ich nicht ausschließen, dass meinerseits ein Fehler vorliegt: Der Entwickler wurde mit 21° warmem Wasser angesetzt, weil nichts kühleres aus dem Wasserhahn kam. Aber 1° Celsius dürfte keinen so großen Einfluss haben. Dazu kommt, dass mein frisch angesetzter Fixierer durch einige Ablagerungen in der Apothekerflasche verunreinigt war – ich musste ihn anschließend filtern und die Flasche reinigen. Aber auch dieser Fauxpas dürfte keinen solchen Einfluss auf die Entwicklung genommen haben. Es bleibt für mich nur der Schluß, dass der Bergger kein Film ist, den ich in Caffenol entwickeln kann.

So deutlich habe ich das noch mit keinem Film erlebt – obwohl ich mich daran erinnern kann, dass der Adox CHS 100 in Caffenol eine merkwürdig klumpige Kornstruktur hatte – und ich diesen Film daher nicht regelmäßig verwende. Um es unmißverständlich zu machen: Weder der CHS noch der Pancro sind schlechte Filme. Sie vertragen sich aber nach meinen Erfahrungen nicht mit Caffenol, sondern müssen mit einem anderen Entwickler behandelt werden. Aufgrund dieser Umstände kann ich leider auch nichts über die möglichen Vorteile der Doppelemulsion erzählen. Meine Negative sehen für einen 6×6-Rollfilm eher grobkörnig aus.

Ach ja: Das 50mm-Weitwinkelobjektiv scheint sehr hoch aufzulösen und eine hervorragende Schärfe bis in die Ecken zu zeichnen. Ob die im Gegenlicht sichtbaren Schleier vom Objektiv kommen, bezweifle ich – denn die Linsen sehen klar aus. Ich vermute eher einen Effekt, der mit dem Caffenol zu tun hat. Als Motiv besuchte ich bei schönstem Sonnenwetter das Mediterana, die Wellness-Oase in Bergisch Gladbach. So mußte ich für den Testfilm nicht bis ans Mittelmeer fahren 😉

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