50 Jahre Wohnpark Bensberg

Dieser Tage las ich vom Jubiläum des Wohnparks in Bensberg – der ja gerne auch mal als „Klein-Manhattan“ bezeichnet wird. Man mag zur Beton-Architektur der 70er Jahre stehen, wie man will – der Gedanke, viele Menschen auf relativ wenig Raum unterzubringen, ist grade wieder sehr aktuell. Ich bin also hingefahren. Obwohl das Wetter eher bescheiden aussah und ich letztlich auch einige Tropfen Regen abbekommen habe. Vor Ort bin ich mit einem Anwohner ins Gespräch gekommen – das passiert fast immer, wenn ich zum fotografieren unterwegs bin. Er wohnte bis vor kurzem im 9. Stock und hatte nach seinen Worten einen wunderbaren Blick auf den Dom. Nun ist er in den 16. Stock gezogen, allerdings „um die Ecke“ – sodass er nun auf seinen Balkon treten muss, um den Sonnenuntergang oder heranziehenden Regen im Westen sehen zu können. Früher sei im Wohnpark viel los gewesen: Ein Schwimmbad gab es, verschiedene Geschäfte und ein gutes Restaurant. Mit dem Verkauf der Wohnungen habe der damalige Investor auch den Einfluss auf die weitere Entwicklung des Quartiers verloren, so erfahre ich.

Zum Wetter passend hatte ich den Adox CHS 100 II eingelegt, den ich neulich in meinem Film/Entwickler-Test dabei hatte und als recht rauhen und charaktervollen Schwarzweißfilm empfunden habe. Bei genauer Begutachtung hatte der Film in Rodinal 1+25 zwar doch eine recht anständige Schattenzeichnung, auf den ersten Blick aber sahen die Tiefen zu dunkel aus. Ich hatte deshalb versucht, Informationen über eine Standentwicklung des Films zu finden, um evt. eine bessere Zeichnung in den dunklen Partien zu bekommen. Bei Adam Roe wurde ich fündig: Er plädiert für eine Entwicklung in Rodinal 1+50 und verringerter Agitation. Das musste ich natürlich ausprobieren, bei 13:00 min Entwicklungszeit habe ich nur jede 2. Minute gekippt. Im Ergebnis konnte ich subjektiv allerdings keinen Unterschied feststellen. Das Korn sieht sehr ähnlich prägnant aus, die Schatten sind zwar gezeichnet, aber dunkel. Vielleicht hat der Film in 1+25 etwas mehr Schärfe. Gemessen am tristen Wetter und dem für manche vielleicht brutalistisch-öden Sujet finde ich die Ästhetik der Fotos äußerst passend.

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