Till Erdmenger – Businessfotos | Blog

Artlog: Budapest in bunt

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Wer diesen Blog und meine persönlichen Foto-Projekte verfolgt, weiß, daß ich fast nur in Schwarzweiß fotografiere. Das ist nicht nur ein Stil, ich mag es wirklich, die Welt dadurch zu abstrahieren. Den Blick auf die Formen, die Texturen oder einfach die Objekte auf dem Bild zu lenken.

Dementsprechend selten greife ich zu einem Farbfilm, wenn ich mit einer Analogkamera losziehe. Ich versuche aber immer wieder, Gefallen an einem Farbfilm zu finden – sei es der populäre Kodak Gold oder ein leicht experimenteller Film wie der Orwo NC500. Im letzten Jahr hatte ich mal den Kodak Aerocolor in der Kamera – und mir gefielen die etwas nostalgischen Farben, die leicht aus der Balance geraten zu sein scheinen. Der Film wird unter verschiedenen Namen verkauft, ich habe ihn jüngst als „Santa Color 100“ in meiner Leica gehabt. Das war in Budapest.

Die ungarische Hauptstadt kannte ich zuvor nicht und war froh, daß meine Reise dorthin in die Post-Orban-Ära gefallen ist. Den autokratischen Putin-Freund hätte ich ungern mit meinem Besuch unterstützt. Ich bin in meinem „Nebenberuf“ ehrenamtlich im Freundeskreis meiner gartenstädtischen Nachbarschaft unterwegs – und in diesem Zusammenhang gab es ein großes Treffen mit anderen europäischen Gartenstädten in Budapest. Diese Stadt an der Donau lebt von den prächtigen Gebäuden am Flussufer, von den vielen Gassen in der Innenstadt mit den vielen gemütlichen Cafés und Bistros.

In der wenigen Zeit, die mir vor Ort blieb, habe ich ein paar Eindrücke gesammelt, die ich hier zeigen möchte. Mein Dilemma lösen diese Fotos aber leider nicht auf: Ich mag Farbfilm nicht so sehr. Vielleicht suche ich deshalb nach solchen Filmen, die ganz bewußt keine „normalen“ und objektiven Farben darstellen. Dazu ist der Aerocolor geeignet – er bildet feinkörnig und scharf ab, die Farben sehen leicht verschoben aus (ohne wirklich Falschfarben zu erzeugen). Allerdings habe ich vor Ort gemerkt, daß man mit 100 ASA bei bedecktem Wetter auch an Grenzen kommt, bei denen man dann mit 1/60 und Blende 5,6 fotografieren muß. Da hat natürlich ein NC500, den ich auf 320 ASA belichte, deutlich mehr Spielraum – den er dann aber mit seinem brutalen Filmkorn komplett ausfüllt. Mal sehen, wie meine Farbreise weitergeht 😉

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